Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung
Fünf frischgebackene DRK-Notfallsanitäter übergeben Staffelstab an sieben neue Azubis Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist die höchste nichtärztliche medizinische Ausbildung in Deutschland. Über 50 junge Menschen haben seit 2014 beim DRK-Kreisverband Hochtaunus den damals neuen Beruf des Notfallsanitäters erlernt. Fünf haben gerade ihre dreijährige Ausbildung in diesem Bereich mit Erfolg abgeschlossen, für sieben neue hat sie gleichzeitig zum 1. April begonnen.

Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung: DRK-Kreisgeschäftsführer Heiko Selzer und Felix Seegert, Abschnittsleiter Rettungsdienst, beglückwünschten die fünf alten und die sieben neuen Azubis im Berufsfeld Rettungssanitäter (NFS) jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Schulungsraum der neuen DRK-Zentrale in Bad Homburg - die Ausgelernten zu den bestandenen, alles andere als einfachen Prüfungen und die neuen zur getroffenen Berufswahl. Dass dies eine gute und abgewogene Entscheidung ist, zeigt der Umstand, dass sich die allermeisten Berufsanfänger nach drei Jahren über ein neues Paar superbequemer Einsatzstiefel freuen können, die bekommt beim DRK nämlich jeder erfolgreiche Prüfling zum Abschluss der Ausbildung geschenkt.
Selzer versicherte den sieben neuen Auszubildenden, dass auf sie keine einfachen, am Ende aber sehr erfüllenden Jahre warten, in denen ihnen von den sechs hocherfahrenen Praxisanleitern Klaus Momberger, Frank Buschke, Michael Vogt, Nico Speier, Andreas Egner und Alina Paulerberg all das an Wissen und Können vermittelt wird, das sie für ihren späteren beruflichen Alltag benötigen. Rettungsdienstchef Felix Seegert knüpfte an Selzers Worte an. Er versprach Jonathan Schmidt, Jan-Dominik Schneider, Guilia Friedrich, Isabel Mattheis, Laura Volkmann, Lara Decker und Mia Großkreuz, dass das, was jetzt sie zukomme, sei mit Sicherheit anders sei als das, was sie vermutlich erwartet hätten. Beim Ausbilderteam seien die sieben „Neuen“ aber in den allerbesten Händen. Sie bekämen von ihnen bestmögliche Förderung und alle erdenkliche Unterstützung. Er sei aber auch stolz auf die, die ihre Ausbildung nun mit Erfolg abgeschlossen haben und das Team im hauptamtlichen Rettungsdienst künftig als vollwertige, engagierte und motivierte Kräfte bereichern. Seegert sprach von einem „sehr interessanter Jahrgang“, der nicht nur weisungsgemäß gearbeitet und gelernt, sondern auch mitgedacht und den Praxisleitern immer wieder mit konstruktiver Kritik und auch Anregungen das Feedback gegeben habe, das nötig sei, um als Ausbilder noch besser zu werden, „genau diese Sorte Auszubildende brauchen wir“, sagte Seegert.
Für Jonathan Schmidt aus Friedrichsdorf ist es bereits die zweite Ausbildung. Der 21-jährige Friedrichsdorfer kennt sich als Hörakustiker schon im Bereich Heilberufe aus. Menschen helfen, sei das, was er schon immer als Berufsziel für sich auserkoren habe. Über das Ehrenamt sei er dann beim DRK-Ortsverein Friedrichsdorf gelandet, wo er die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert habe. Es sei ihm dann schnell klar geworden, dass es für ihn nach dem „RS“ noch weitergehen sollte. Auch Isabel Mattheis wollte einen „sehr schönen Beruf“ erlernen und hat ihn, wie sie sagt, beim DRK gefunden: „Ein Bürojob wäre für mich nichts gewesen, ich wollte schon sehr früh etwas Soziales machen und Menschen helfen, als Notfallsanitäterin kann ich das.“
Bei Jannis Baudisch aus Friedrichsdorf war es ähnlich, er hat mit dem einem Staatsexamen entsprechenden Abschluss als Notfallsanitäter seinen „Traumberuf“ gefunden. Menschlichkeit leben, sei für ihn das treibende Momentum gewesen, nach vielen Jahren im ehrenamtlichen Rettungsdienst als Rettungssanitäter „den Notfallsanitäter dranzuhängen“, um so auch im beruflichen Alltag nach den Grundsätzen der internationalen Rotkreuz-Bewegung ohne Ansehen der Person zu helfen. Für ihn sei es immer wieder erfüllend, zu erleben, welche Dankbarkeit dem Rettungsdienst von sehr vielen Patienten entgegengebracht wird. Da spüre man dann immer wieder, wie wichtig und richtig es war, gerade diesen Beruf zu erlernen. Was der Rettungsdienst im Einsatz zu sehen bekomme, sei zwar nicht immer schön, am Ende überwögen jedoch die schönen Momente.
Höhepunkt der dualen NFS-Ausbildung in der Zentralen Ausbildungsstätte des DRK Frankfurt, in der Klinik und im Rettungsdienst, wo die Berufsanfänger gleich als „3. Mann“ oder „3. Frau“ im Rettungstransportwagen mitfahren, ist nach drei Jahren die in drei Module – Praxis, schriftlich und mündlich - gegliederte Prüfung, die in der Praxis natürlich sehr professionell ist. In der Schule werden dann Alltagsunfälle und plötzliche Erkrankungen von entsprechend fachmännisch geschminkten Berufsschauspielern nachgestellt.
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Zusammen mit ihren Praxisanleitern sind sie ein Team: Fünf junge Notfallsanitäter (in Einsatzkleidung) haben gerade ihre dreijährige Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen, für sieben neue hat sie gleichzeitig zum 1. April begonnen, mit auf dem „Klassenfoto“ DRK-Kreisgeschäftsführer Heiko Selzer (re.) und der Leiter Rettungsdienst, Felix Seegert (li.). Foto: DRK-Pressestelle